Gebärdensprachdolmetsch im Landtag startet am 19. 09.

Landtagspräsidentin Dunst: „Ermöglichen gehörlosen Menschen die aktive Teilnahme an Landtagssitzungen und ebnen den Weg zu Information und Bildung“

Am 19. September 2019, mit der ersten Sitzung des Landtages im Herbst, startet das Projekt Gebärdendolmetsch im Burgenländischen Landtag. Die dafür notwendigen baulichen Maßnahmen werden bereits umgesetzt. „Demokratie lebt von der Bürgerbeteiligung, auch zwischen den Wahlen. Im Burgenländischen Landtag werden wichtige Gesetze beschlossen, Initiativen besprochen und Enquete abgehalten. Es ist wichtig, dass sich die Menschen an demokratischen Prozessen beteiligen.  Ich freue mich, dass wir ab Herbst für rund 300 gehörlose Menschen im Burgenland diese Hürde nehmen. Wir ebnen den Zugang zu wichtigen Informationen und ermöglichen ihnen die aktive Teilnahme an Landtagssitzungen“, betont die Initiatorin des Projektes Landtagspräsidentin Verena Dunst.


„Gehörlose Menschen sind unsichtbar in der Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, die Gebärdensprache in der Öffentlichkeit zu zeigen, aber auch zu zeigen, was Gehörlose brauchen. Durch einen Gebärdendolmetsch erhalten Gehörlose Zugang zu wichtigen Information. Das ist auch für die Ausbildung sehr wichtig“, betont Florian Gravogl vom Burgenländischen Gehörlosenverein. In diese Kerbe schlägt auch Marietta Gravogl. „Wir müssen Information und Bildung geben. Deshalb ist es für die Gehörlosen-Community so wichtig, dass im Burgenland dieser Weg beschritten wird“, so die Gebärdensprach-Dolmetscherin und –Übersetzerin. Sie wird auch im Burgenländischen Landtag ihrer Tätigkeit nachgehen. Damit Gebärdensprachdolmetsch bei Landtagssitzungen perfekt klappe, sei ihre räumliche Position im Saal entscheidend, so Gravogl. Die Umbauarbeiten dazu laufen bereits. Auf der Besuchergalerie wird ein Podest gebaut, der Hintergrund, vor dem die Gebärdendolmetscherin stehen wird, bekommt eine einheitliche Farbe. Die ideale Position sei wichtig, um einen guten Überblick zu haben, um einerseits dem Gesagten gut folgen zu können, andererseits auch Mimik und Gesten wiedergeben zu können. „Über die Mimik wird auch die Stimmung im Saal vermittelt­. Auch ob jemand verärgert oder betont sachlich diskutiert, ist eine wichtige Information. Alle Inhalte und alle Stimmungen müssen gedolmetscht werden.“

Vom neuen Angebot würden auch alle Menschen profitieren, die schwer hören und sich deshalb der Gebärdensprache bedienen, so Dunst. Konkret werden die Landtagssitzungen in der Zeit von 10 – 13 Uhr in Österreichischer Gebärdensprache gedolmetscht. Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist laut Bundesverfassung seit 1. September 2005 eine gesetzlich anerkannte Sprache. „Ich freue mich, dass wir mit Marietta Gravogl eine kompetente Mitarbeiterin und dem Burgenländischen Gehörlosenverein einen kompetenten Partner gewonnen haben. Wir werden die Zusammenarbeit fortsetzen und auch für Gehörlose weitere Verbesserungen umsetzen“, so Dunst abschließend.

 

Bildtext Gebärdensprachdolmetsch Bgld. Landtag 1, 2 (v. l.)
Mag.a Sabine Peck-Unger, Landtagspräsidentin Verena Dunst, Mag.a Marietta Gravogl (Österreichischer Gebärdensprach-DolmetscherInnen- und -ÜbersetzerInnen-Verband) und Florian Gravogl (Burgenländischer Gehörlosenverein)

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Wolfgang Sziderics, 22. August 2019

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