Landtag präsentiert Wanderausstellung „Österreichisches Minderheitenschulwesen“

Illedits: „Bildung als Säule respektvoller Volksgruppenpolitik“ 

(Eisenstadt, 6. Juli 2017) – Die Stärkung der Identität und des Bewusstseins für die eigene Geschichte, als Basis für die Akzeptanz von Minderheiten, sind die Ziele jener Wanderausstellung des Bildungsministeriums, die heute Donnerstag im Burgenländischen Landtag gastiert. Bereitgestellt vom Landesschulrat, soll diese in erster Linie junge Menschen für die Relevanz gesellschaftlicher Pluralität sensibilisieren. „Das Burgenland verfolgt seit jeher eine vorbildliche Minderheitenpolitik,“ kommentiert Landtagspräsident Christian Illedits, SP-Sprecher für Angelegenheiten der burgenländischen Volksgruppen, die Initiative. Die Ausstellung und ergänzende Informationsmaterialien stehen allen Besucherinnen und Besuchern des Landhauses bis einschließlich 7. Juli zur Verfügung.

 

 

"Die Volksgruppen in Österreich und ihre Angehörigen genießen den Schutz der Gesetze; die Erhaltung der Volksgruppen und die Sicherung ihres Bestandes sind gewährleistet. Ihre Sprache und ihr Volkstum sind zu achten," so der Wortlaut des am 7. Juli 1976 erlassenen österreichischen Volksgruppengesetzes.
Genau 41 Jahre später ist das Burgenland das Paradebeispiel einer Grenzregion. "Diversität ist dem Burgenland historisch inhärent," so Landtagspräsident Christian Illedits, der selbst auf kroatische Wurzeln verweisen kann und als Bereichssprecher für Volksgruppen im Burgenländischen Landtag fungiert.
Ziel sei es in erster Linie Sprache, Kultur und Brauchtum zu bewahren. Eben dieses Ziel verfolgt die aktuelle Wanderausstellung des Bildungsministeriums, die Illedits in Anwesenheit des/r stellvertretenden Landtagspräsidenten/in und Minderheitensprecher/in im Burgenländischen Landtag eröffnete.

"Als Minderheitensprecherin und selbst Ungarisch sprachige Minderheit im Burgenland freue mich sehr über diese Ausstellung," so die Dritte Landtagspräsidentin Ilse Benkö. Das Burgenland sei ein Musterbeispiel gelebter Integration.

>> Anerkannte Volksgruppen im Burgenland

Im Rahmen der Volkszählung 2001 gaben 87,4 Prozent der BurgenländerIinnen und Burgenländer Deutsch als ihre Umgangssprache an, 5,9 Prozent Burgenlandkroatisch und 2,4 Prozent Ungarisch. 303 Personen (das entspricht 0,1 Prozent der Bevölkerung) bezeichneten Romanes als ihre Umgangssprache. Inoffizielle Bekenntnisse zur Angehörigkeit der Minderheiten fallen deutlich höher aus. "Menschen ändern aus beruflichen oder persönlichen Gründen oft ihre Lebenssituation und verlassen ihre Heimat," so ÖVP-Volksgruppensprecher LAbg. Patrik Fazekas. Es sei daher Aufgabe von Bildung und Politik, Mehrsprachigkeit in Kindergärten, Schulen und Hochschulen zu forcieren.

>> Das Minderheiten Schulgesetz

Dem Minderheiten Schulgesetz zu Folge haben Österreichische Staatsbürger der kroatischen und ungarischen Volksgruppe das Recht, ihre Muttersprache in festgelegten Schulen als Unterrichtssprache zu gebrauchen oder als Pflichtgegenstand zu erlernen. Im abgeschlossenen Schuljahr 2016/17 lernten insgesamt 4.296 burgenländische Schülerinnen und Schüler Kroatisch oder Ungarisch. "Was die Bedingungen für den zweisprachigen Unterricht betrifft, besteht Verbesserungspotenzial," erkennt Illedits. Die betroffenen Gemeinden würden finanzielle Mittel für Investitionen in die nötige Infrastruktur benötigen, die Adaptierungen in Kindergärten und Volksschulen vorsieht.

>> Wanderausstellung "Österreichisches Minderheitenschulwesen"

Die Wanderausstellung zum Thema Minderheitenschulwesen wurde im Auftrag des BMBF durch das Demokratiezentrum Wien erstellt und steht, samt ergänzenden Materialien, Schulen in ganz Österreich zur Verfügung. Zehn Themenstationen behandeln verschiedene Aspekte der Thematik "Minderheiten - Mehrheiten" sowie die speziellen Rechte von Minderheiten und deren Schutz. "Die Auseinandersetzung mit Volksgruppen und deren Kulturen im Unterricht ist seit jeher ein sehr großes Anliegen im burgenländischen Schulwesen. Es ist aus meiner Sicht unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler über den eigenen Tellerrand hinausblicken und die kulturelle Vielfalt unseres Landes kennenlernen," so der Amtsführende Präsident des Landesschulrates Mag. Heinz Josef Zitz, der gemeinsam mit Mag. Karin Vukman-Artner, Pflichtschulinspektorin für das Minderheitenschulwesen, die Eröffnung besuchte.

 

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Web: www.bgld-landtag.at


Dateianhang: Gruppenbild_2.jpg Beschreibung: v.l.n.r.: 3. LT-Präsidentin Ilse Benkö, 2. LT-Präident Ing. Rudolf Strommer, 1. LT-Präsident Chritsian Illedits, Amtsführender LSR-Präsident Mag. Heinz Joef Zitz, PSI für Minderheitenschulwesen Mag. Karin Vukman-Artner, LAbg. Patrick Fazekas; Credit: Bgld. Landtag/SP